Polestar, der schwedische Hersteller von Elektroautos, hat sein neuestes Modell vorgestellt, den Polestar 4, ein mittelgroßes SUV-Coupé, das 2024 auf den Markt kommen soll.
Eines der auffälligsten Merkmale des Polestar 4 ist das Fehlen einer Heckscheibe. Dies ist eine mutige Designentscheidung, die Polestar jedoch für mehr Aerodynamik und Effizienz des Fahrzeugs sorgt. Das radikale Design bietet den Fondpassagieren zudem einen kokonartigeren und komfortableren Innenraum, so das Unternehmen. Die Idee wurde erstmals im Konzeptfahrzeug Precept erprobt, dessen Version 2024 als Polestar 5 auf den Markt kommen soll.
Polestar kann die Heckscheibe durch einen hochauflösenden Bildschirm ersetzen, der den Rückspiegel ersetzt. Dieser überträgt die Bilder einer Rückfahrkamera auf dem Fahrzeugdach in Echtzeit und bietet ein deutlich breiteres Sichtfeld.
Maximilian Missoni, Chefdesigner bei Polestar, erklärte gegenüber WIRED: „Die Kameratechnologie hat mittlerweile eine sehr hohe Auflösung, funktioniert auch nachts gut, und die Software wird ständig weiterentwickelt, sodass wir das System im Laufe der Zeit weiter verbessern können. Wir könnten die Heckscheibe entfernen und die gesamte Struktur weiter nach hinten verlegen.“
Thomas Ingenlath, CEO von Polestar, erläutert den mutigen Ansatz: „Mit dem Polestar 4 haben wir einen grundlegend neuen Ansatz für das Design von SUV-Coupés gewählt. Anstatt einfach ein bestehendes SUV zu modifizieren und ihm eine kürzere Dachlinie zu verpassen – und dadurch Kompromisse bei Kopffreiheit und Komfort im Fond einzugehen – haben wir den Polestar 4 von Grund auf als eine neue Generation von SUV-Coupés konzipiert, die Komfort und Fahrerlebnis für die Fondpassagiere in den Vordergrund stellen.“
Der Polestar 4 ist zudem mit zahlreichen weiteren Technologien ausgestattet. Er verfügt über ein 39-cm-Infotainmentsystem, ein 25.9-cm-Digitaldisplay für den Fahrer und ein 37.3-cm-Head-up-Display. Das Fahrzeug ist zudem mit einer Reihe fortschrittlicher Fahrerassistenzsysteme ausgestattet, darunter adaptive Geschwindigkeitsregelung, Spurhalteassistent und automatische Notbremsung.
Der Polestar 4 wird von einem Doppelmotor-Elektroantrieb angetrieben, der 400 kW (544 PS) und ein Drehmoment von 686 Nm erzeugt. Damit beschleunigt das Fahrzeug in nur 0 Sekunden von 100 auf 3.8 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h. Damit ist es das bisher schnellste Serienfahrzeug von Polestar.
Der Polestar 4 basiert auf der gleichen Plattform wie der Volvo XC40 Recharge. Diese Plattform ist speziell für Elektrofahrzeuge konzipiert und bietet zahlreiche Vorteile, darunter verbesserte Effizienz und Leistung. Die von der EPA geschätzte Reichweite beträgt bis zu 724 km mit einer Akkuladung.
Polestar 4 setzt auf Nachhaltigkeit durch die Verwendung kreislauffähiger, kohlenstoffarmer Materialien und die Verbesserung der Lieferkettentransparenz durch Blockchain-Rückverfolgbarkeit von Batterierisikomaterialien. Für den Innenraum setzt das Modell auf einen „Monomaterial-Ansatz“, der erstmals im Polestar Elektro-Roadster-Konzept 2022 zum Einsatz kam und die Anzahl der im Fahrzeug verwendeten Materialien reduziert. Dies verbessert die Recyclingeffizienz.
Zu den Innenraummaterialien gehören 100 % recyceltes PET-Strickgewebe, biologisch abbaubares MicroTech-Vinyl und tierschutzgerecht hergestelltes Nappaleder. Das in Zusammenarbeit mit der Schwedischen Textilschule und Zulieferern entwickelte Strickgewebe reduziert Abfall, während die Teppiche recyceltes PET und ECONYL enthalten. Türverkleidungen bestehen aus Naturfaser-Polypropylen, wodurch der Verbrauch von Neukunststoff und das Gewicht reduziert werden.
Polestar hat die Preise für den 4 noch nicht bekannt gegeben, in den USA dürften sie jedoch bei etwa 60,000 US-Dollar (ca. 220,000 AED) beginnen.
Wie ist es im Vergleich zu ähnlichen Autos?
Das Auto wird ein direkter Konkurrent anderer mittelgroßer Elektro-SUVs wie dem Tesla Model Y, dem Audi e-tron und dem BMW iX3 sein.
Das Tesla Model Y ist der beliebteste Elektro-SUV auf dem Markt. Auch er bietet eine große Reichweite, vielfältige Leistungsoptionen und einen geräumigen Innenraum. Allerdings ist er auch das teuerste der drei Konkurrenzmodelle.
Der Audi e-tron ist eine luxuriösere Option als das Model Y. Er verfügt über eine hochwertigere Innenausstattung und eine größere Palette an Standardfunktionen, ist jedoch weniger effizient.
Der BMW iX3 ist eine sportlichere Option als das Model Y oder der e-tron. Er hat ein aggressiveres Design und ein ansprechenderes Fahrerlebnis. Allerdings ist er auch das am wenigsten effiziente der drei Autos.
Alles in allem entwickelt sich der Polestar 4 zu einem starken Konkurrenten in diesem Bereich.
Thomas Ingenlath fasst zusammen: „Der Polestar 4 ist ein Auto, das den Status quo in Frage stellt. Es ist ein Auto für die Zukunft und wird garantiert für Aufsehen sorgen.“











